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In seiner Eigenschaft als Mitglied der Zuchtkommission der Luxemburger Reitsportföderation ( FLSE ) wurde der Unterzeichnete Präsident des SCSL um eine Stellungnahme beziehungsweise um eine Analyse bezüglich des Junge Springpferde Championats in Luxemburg gebeten.
Frau Lou Brandenburger, Betreiberin der bestbekannten Internet Seite www.hippoline.lu im Intervieuw mit André Nepper
Brandenburger: Auf Initiative Ihres Zuchtverbandes ( SCSL ), wurde vor 10 Jahren das Championat der Jungen Spring- und Dressurpferde in Zusammenarbeit mit der F.L.S.E. eingeführt. In diesem Zusammenhang drängen sich einige Fragen auf. Haben sich die Erwartungen Ihres Zuchtverbandes hinsichtlich dieser Veranstaltung erfüllt?
Nepper: Es würde den Rahmen dieser Ausführungen sicherlich sprengen, würden wir im Detail auf die augenblicklichen Defizite dieser Veranstaltung eingehen. Aber ohne wenn und
aber, muss ich in Bezug auf Ihre Frage feststellen, dass der Ablauf mich zur Zeit überhaupt nicht zufrieden stellt. Ich darf in diesem Zusammenhang den Leitartikel 2006 im Letzeburger
Bauer vom Präsidenten der F.L.S.E. zitieren, in welchem François Thiry seine Bedenken zum
aktuellen Ablauf geäußert hatte, und dringend tief greifende Aenderungen angemahnt hatte.
Brandenburger: Die Qualifikationen beim Springchampionat, Null Fehlerparcours sind gleichbedeutend mit Sieg, ist dies nicht eine Irreführung zum wirklichen Leistungsverhältnis von Reiter und Pferd? Sollte nicht generell das Qualifikationssystem geändert werden?
Nepper: Was ist eigentlich der Grundgedanke einer Springpferdeprüfung? In einer
Springpferdeprüfung sollte eigentlich geprüft werden, ob das Junge Pferd im Hinblick auf seinen Einsatz als Springpferd ausbildungsmäßig auf dem richtigen Weg ist. Zielvorstellung ist eine flüssige, harmonisch-rationelle Absolvierung des Parcours. Der Schwerpunkt der Beurteilung liegt eindeutig auf den Eigenschaften und Fertigkeiten des Pferdes, die in ihrer Ausprägung aber nicht völlig unabhängig von den Fähigkeiten des Reiters gesehen werden können.
Das Pferd sollte so geritten sein, dass es gleichmäßig rhythmisches Galoppieren vom Anreiten vor dem Start über den gesamten Parcours bis hin zum Durchparieren nach dem Zieldurchgang zulässt, das auch im Anreiten der Hindernisse nicht unterbrochen wird.
Bezüglich der Springmanier wird angestrebt, ein willig-flüssiges, aufmerksames Ueberwinden der Hindernisse mit hergegebenen Rücken und der Hindernishöhe entsprechenden Aufwand. Das Springvermögen sollte nur im Rahmen der Anforderungen Berücksichtigung finden.
Diese Grundgedanken müssen sowohl in den Köpfen der Akteure wie auch der Veranstalter verankert werden.
Wenn diese Kriterien zur Anwendung kommen sollen, so kommen wir nicht umhin das derzeitige Wertungssystem grundlegend zu ändern.
Brandenburger: Ein zusätzlicher heikler Punkt ist das Richtergremium. Wie stellen Sie sich zu dieser Problematik?
Nepper: Es wurden diesbezüglich, und besonders bei der Besetzung des Richtergremiums in den Finalprüfungen, beträchtliche Anstrengungen unternommen. So weit mir bekannt ist, gaben die Richterentscheide in diesen Finalprüfungen, bisher nicht zu Kritik Anlass. Eine Optimierung sollte immer angestrebt werden, und auf die Qualifikationsprüfungen übertragen werden. Wenn man weiß dass die Reitfähigkeit des Reiters unvermeidlich die Wertnote beeinflusst, sie jedoch nicht als direkte oder gar vordringliche Begründung der Bewertung herangezogen werden kann, ergibt sich klar und deutlich die Wichtigkeit von erfahrenen Richtern. Ich wehre mich aber dagegen und wir alle sollten uns aber davor hüten den Ist Zustand der einheimischen Springpferdeprüfungen an den Richtern festzumachen.
Brandenburger: Sie gehen also davon aus dass diese Prüfungen auf weiterhin Bestand haben werden?
Nepper: Vorrangig werden wir jetzt sogleich eine kritische Analyse der aktuellen Situation vornehmen. Es gilt sowohl die Reiter wie auch die Veranstalter zu motivieren. Alsdann gehe ich davon aus dass wir es gemeinsam schaffen werden einen neuen Anlauf zu nehmen um gezielt die Freude an der Vorstellung Junger Pferde zu wecken und zu fördern. Es kann sicherlich nicht geleugnet werden dass unser Zuchtverband auf dem richtigen Weg ist, wie man seit Wochen schon den Erfolgsmeldungen auf Hippoline entnehmen kann. Ein Zuchtverband erfüllt keinen Selbstzweck und es gilt vorrangig die Zuchtprodukte zu vermarkten. Und dies können wir nur wenn die Jungen Talente in einem optimalen Umfeld präsentiert werden.
Wichtige Fragen drängen sich auf.
Zu welcher Zeit eines Turniers, oder an welchem Tag sollten die Springpferdeprüfungen stattfinden? Die Logistik des Transports mit anderen Turnierpferden gilt es zu regeln. Sollten nur einzelne Turniere zu Qualifikationszwecken genutzt werden? Es ist meines Erachtens äußerst wichtig zudem, dass erfahrene Reiter die Jungen Springpferde vorstellen, und nicht Anfänger! Diese und weitere Fragen drängen sich auf und müssen intensiv diskutiert und einer optimalen Lösung zugeführt werden.
Ich werde meinen Beitrag zur Lösung der Problematik beitragen und der Zuchtkommission der F.L.S.E. innerhalb kürzester Zeit meine persönlichen Anregungen und Aenderungsvorschläge unterbreiten. Gemeinsam mit allen Akteuren können wir diesen absolut notwendigen Prü-fungen einen neuen Schub verleihen, und dies im Interesse sowohl des sich im stetigen Aufschwung befinden Luxemburger Reitsports wie auch zum Nutzen der einheimischen Zucht.
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